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Geschichte der Bildstelle und des Medienzentrums

Der Gründer und langjährige Leiter der Bildstelle Hanau (heute Medienzentrum-Bildarchiv) brachte im Gründungsjahr seine eigenen und die mit seinen Schülern bei Heimat-Rundgängen erarbeiteten analogen Glasplatten-Negative als Grundstock in das Bildarchiv ein. Heute ist das Bildarchiv des Medienzentrums Hanau eines der größten in Hessen. Ein Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom Juni 1934 hatte damals die flächendeckende Gründung von Stadt-, Kreis- und Landesbildstellen angeordnet. Zudem sollten alle Schulen mit 16mm-Stummfilm-Projektoren ausgestattet sein. Der Film war als gleichberechtigtes Lernmittel zu etablieren, auch um die NS-Propaganda qua ‚neuer Medien‘ reichsweit konsequent einsetzen zu können. In den Stadtbildstellen selbst sollten Bildsammlungen mit heimatkundlicher Ausprägung entstehen, die von Schülern und von den neuen Medien aufgeschlossen gegenüberstehenden Pädagogen belichtet werden sollten. Franz Weber, Lehrer an der Hanauer Bezirksschule I, verstand das Potential und die Möglichkeiten, die sich hier boten und machte recht bald sein ‚Hobby zum Nebenberuf‘. Am 27.10.1934 gründete er die Bildstelle Hanau und der Rest ist Bildgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes.

1934

Vier Schmalfilme und ein Projektor, die Franz Weber, damals Lehrer an der Bezirksschule I (heute Pestalozzischule), auf dem Fahrrad von der Landesbildstelle in Frankfurt nach Hanau transportiert hatte, bildeten den Grundstock der am 27. Oktober 1934 gegründeten Stadtbildstelle. Die Bildstelle konnte einen Raum in der Bezirksschule I am Johanniskirchplatz beziehen. Im damaligen Kohlenaufzugsschacht wurde eine Dunkelkammer eingerichtet.

1941 - 1944

1941 - Die Stadtbildstelle bezog fünf große Räume im zweiten Stock des Stadtschlosses.

1944 - Im Wissen der im Bombenhagel untergehenden deutschen Städte wurde im Sommer 1944 noch eine systematische Fotodokumentation des Hanauer Stadtbildes erstellt.

1945

Am 6. Januar  wurde das Stadtschloss und damit die Räume  der Bildstelle bei einem Bombenangriff der Royal Air Force schwer zerstört. Hitlerjungen retteten die Negativkartei aus den Trümmern. Die Fotonegative, die im Tresor der Deutschen Bank und später im Luftschutzkeller des Rathauses lagerten, überstanden den Zweiten Weltkrieg.

Am 1. März 1945 wurde Elisabeth Schmincke als Fotolaborantin und Stadtfotografin eingestellt.

1947

Am 1. Oktober wurden die Stadt- u. die Kreisbildstelle Hanau  aus Kostengründen zu einer „Kreisbildstelle Hanau Stadt und Land“ zusammengelegt. Das Arbeitsgebiet erstreckte sich auf den gesamten Landkreis mit 57 Schulen.

1990er Jahre

Diese Zusammenarbeit endete 1992. Am 1. Januar 1992 ging die Bildstelle wieder in die alleinige Trägerschaft der Stadt Hanau über. Die Betreuung des Landkreises übernahm die Bildstelle Gelnhausen.

Mit der Digitalisierung der Unterrichtsmedien wurden in den 1990er-Jahren die Bildstellen nun in Medienzentren umbenannt, da die Medien und deren Einsatz vielfältiger geworden sind. 

Für den Bildungsauftrag des Medienzentrums spielt das analoge Bildarchiv in der heutigen Zeit kaum noch eine Rolle und dient heute eher dem Zweck der Nachforschung und der Bereitstellung von Bildern für Publikationen und Ausstellungen.
Trotz der veränderten Aufgaben bleibt das Medienzentrum und Bildarchiv in Hanau eine organisatorische Einheit.

2002

Im Laufe der letzten knapp 50 Jahre zog das Medienzentrum samt Bildarchiv mehrmals um, bis sie in den Sommerferien 2002 in die neuen Räume im Technischen Rathaus am Hessen-Homburg-Platz 5 zog. Dort war sie erstmals optimal untergebracht. 

2015

Im Zuge der Innenstadt-Neugestaltung zog das Medienzentrum und Bildarchiv als Teil von mehreren Bildungseinrichtungen in das neugebaute Kulturforum am Freiheitsplatz ein.

2019

Anlässlich des 85. Jubiläums hat das Medienzentrum-Bildarchiv Hanau eine Ausstellung erarbeitet, die in 24 Bildtafeln die Geschichte der Institution würdig reflektiert. Zu sehen sind zudem der erste 16mm Projektor und Webers Plattenkamera mit Laufboden und Lederbalgen. Die Ausstellung ist seitdem im Kulturforum (2. Stock Medienzentrum) ganzjährig zu den normalen Öffnungszeiten des MZHU zu sehen.